Die Gehirnentwicklung des Welpen ist mit der 16. Lebenswoche, neuere Forschungen sprechen gar von der zwölften Lebenswoche, abgeschlossen. Dieser Zeitraum beschreibt als so genannte PRÄGUNGSPHASE den wichtigsten Zeitabschnitt im Leben eines Hundes
Die ersten sieben Wochen werden hierbei als enge Prägungsphasen angesehen, der Zeitraum von der achten bis zwölften (auslaufend 16.) Lebenswoche als erweiterte Prägungsphase.
Innerhalb dieser Prägungsphasen findet ein besonderes Lernen statt, welches während dieses befristeten Zeitraumes zu nahezu unauslöschlichen Lernergebnissen führt:
Der Welpe verfügt besonders in der engen Prägungsphase über eine außerordentlich hohe Empfänglichkeit, die Regeln des Gemeinschaftslebens mit Artgenossen und dem Menschen zu erlernen sowie ganz allgemein eine Anpassung an seine Umwelt herzustellen.  Der Welpe kann also – und zwar NUR IN DIESER ZEIT – auf den Menschen geprägt werden.
Viele der in dieser Zeit gemachten Erfahrungen (gute oder auch schlechte!) werden kaum wieder gelöscht und ausgebliebene Lernergebnisse können kaum mehr nachgeholt werden, da sie entscheidend den weiteren Entwicklungsverlauf des Welpen PRÄGEN!
Nun kommt aber der Kleine nicht mit einem gut funktionierendem Sozialverhalten auf die Welt, sondern lediglich mit den Anlagen dazu, dieses Verhalten zu erlernen. Es setzt deshalb unabdingbar voraus, dass man ihm vielfältige Lernerfahrungen innerhalb oben genannter Zeit ermöglicht, um eine bestmögliche Ausnutzung der Prägephase zu erreichen.

Je mehr der Welpe also in seinen ersten zwölf bis 16 Wochen gefördert wird, desto mehr Verschaltungen bilden sich in seinem Gehirn.

Damit  wird die Grundlage dafür gelegt,
- wie gut der Hund sich in ein Leben mit „seinen“ Menschen einfinden kann
- wie gut der Hund in seinem weiteren Leben lernt

Die naturgemäß besonders intensive Spielfreude des jungen Welpen hilft ihm dabei, sich mit (seinen) Menschen innerhalb seiner Umwelt auseinander zu setzten, seine eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu trainieren und zu lernen, „wie man am besten durchs Leben kommt“. Prägung geschieht also durch ein frühes und intensives Sammeln von Erfahrungen, die ein Leben lang erhalten bleiben. Es ist dieses Lernen, das für den Hund zum Schicksal wird, denn:
Da der Welpe den Großteil dieser/seiner Prägephase beim Züchter und in seinem Mutter-Geschwister-Verband erlebt, kommt den dortigen Aufzuchtsbedingungen einschließlich den darin integrierten Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten eine besonders wichtige Rolle zu!
Das sieht so aus: Mit Beginn der vierten Lebenswoche hat der Welpe einen Reifegrad erreicht, der ihm aus eigenem Antrieb immer mehr Lernen und Erleben ermöglicht. Von diesem Zeitpunkt an muss es ihm ermöglicht werden, seine zaghaften Schritte über das Wurflager hinaus in die ihm noch unbekannte Welt zu setzen.
Er soll in den nächsten Tagen und Wochen all die Dinge kennen lernen, die für sein künftiges Leben wichtig sind. Sofern ihm dabei nichts vorenthalten wird, kann er sich in dem für ihn notwendigen Umfang auf seine spezielle hundliche Umwelt prägen.
Eine durch den Züchter altersentsprechend gut aufgebaute und sensible Prägung kann den Welpen im Lernen an seiner aktuellen und ihn speziell betreffenden Umwelt unterstützen, in dem dessen „erblich offenes Verhaltensprogramm“ bleibend vervollständigt wird.
Das Ermöglichen von vielfältigen Lernerfahrungen, welche dem Welpen helfen, seine Umwelt „zu begreifen“, ist daher die wichtigste Züchteraufgabe.